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  • »hexe reloaded« ist weiblich

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Sonntag, 22. März 2015, 19:07

Für mich ein interessanter und glaubwürdiger Artikel. Aber zwei Dinge seh ich kritisch: zum einen die Verallgemeinerung über das Modebusiness schlechthin; zum andern gefällt mir nicht, wie hier "Vorkosten" als etwas Normales für Modelkarrieren dargestellt wird.

1.
Das ist vielleicht von der "Welt" so hochgemotzt worden, aber ich lese es nicht als Bericht über DAS Modelbusiness im Allgemeinen, sondern als einen Erfahrungbericht, der schon viel mit den Entscheidungen der Schreiberin zu tun hat.

Sie hat ja eine Chance in Mailand für ihr Studium aufgegeben und sich quasi bewusst für Modeln in Deutschland entschieden. Das spricht einerseits für sie; ebenso auch ihre Charakterstärke, nicht alles mit sich machen zu lassen und dafür sogar einen vermutlich ordentlich bezahlten Brotjob sausen zu lassen. Aber dadurch ist dann auch ihre Wahrnehmung geprägt.

Modeln in Deutschland ist nach allem, was man hört, doch Modeln zweiter Klasse. Einerseits "gemütlicher", weil z.B. auch stärker gesetzlich reguliert (siehe etwa die Jugendschutzgesetzgebnung). Andrerseits mit geringeren Chancen, dir einen Namen zu machen, der dich an die besseren Jobs bringt. Von den Jobs, die du machst, dürfte dein Modelalltag aber am stärksten geprägt sein.

Warum sollte es hier groß anders als in andern Branchen, wo doch auch gilt, dass ganz viel an der Frage hängt, für wen du arbeitest? Die meisten von uns wissen doch, dass es solche und solche Arbeitgeber gibt. Und diejenigen, die ums Überleben kämpfen, sind selten die besseren.


2.
Ich weiß nicht wieweit die Unterstellung von den "Vorkosten" für Deutschland als typisch angesehen werden kann. Aber nach allem, was ich auch von Agenturen gehört habe, die ich für seriös halte, sind da Fragezeichen schon angebracht.

In dem tfs-Thread So You Want To Be A Model? wird penetrant gemahnt, KEINE Fotoshootings zu bezahlen, bevor eine Agentur an dir interessiert ist. Sondern geraten, einfache Polas an die Agenturen zu verschicken (oder besser noch mit den Polas zu den Open Call Times der Agenturen zu gehen) - und zwar möglichst zu den Top-10-Agenturen in New York. Die Mahnung kommt immer und immer wieder, weil es wohl immer und immer wieder anders gemacht wird ...

Ob viele deutsche Agenturen sich dagegen sperren und schon vorgefertigte Modelmappen erwarten würden? Oder eine von Fotografen angefetigte Sedcard, wie Pro7 in ihren Sieben Tipps für deine Modelkarriere empfiehlt? Ich kann's mir eigentlich nicht vorstellen und halte mich eher an das, was ein Vogue-Beitrag von 2013 einschärft: "Achtung: Seriöse Modelagenturen verlangen von Newcomern keinerlei Aufnahmegebühren oder vom Model selbst bezahlte Test-Shootings." (Übrigens ist auf der Seite auch ein Link zu einer Liste von Modelagenturen im deutschsprachigen Raum und weltweit - komplett mit Adressen ...)

WENN die Agenturen Interesse haben, dann werden die Mädels aufgebaut, und DANN kommen Kosten ins Spiel. Die werden von einigen Agenturen auch vorfinanziert - aber später abgezogen von den ersten Modelverdiensten.

Für interessierte Mädels ist auf jeden Fall die Mahnung angebracht: lasst euch nicht auf all die Stories ein, was die Models alles für eine Chance erdulden müssten - das ist ein Weg ins Elend! Der Job ist hart genug, aber macht ihn mit seriösen Agenturen oder lasst es ganz!

Und an die Adresse der Welt und andre Medien gesagt: Es gibt keinen Grund, unter dem Mantel der ach so kritischen Distanz zum business hier Botschaften in die Welt zu setzen, die die Betroffenen nur unsicherer und hilfloser machen!
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***

Es gibt Leute, die halten "Hermann, den Cherusker" für einen der Ihren; aber der Vereinskollege, der andre Spieler bevorzugt, ist ihr Feind fürs Leben.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »hexe reloaded« (22. März 2015, 19:13)


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Aincrad (27.03.2015)

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Mittwoch, 7. Oktober 2015, 00:04

Ich weiß nicht, ob das hier oder woanders schon gepostet wurde (keine Lust nachzuschauen :rolleyes: ): Es ist zwar nur kurz, aber Irma Spies :love: berichtet hier ein wenig über ihren Modelalltag: http://www.vogue.de/mode/videos/irma-spi…leben-als-model. Schade, dass sie wie auch Carolin Loosen viel zu selten auf dem Runway zu sehen sind.

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Samstag, 10. Oktober 2015, 13:58

Sehr sympathisch, das Mädchen.

vanessafan

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Samstag, 10. Oktober 2015, 15:09

Ja, schade, dass man so wenig von ihr hört, aber das was man hört ist erstklassig. Wahrscheinlich modelt sie nur nebenher.

  • »Kemenate« ist weiblich

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Freitag, 6. November 2015, 12:27


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Sonntag, 26. November 2017, 19:45

Und noch ein Beitrag..
Wurde sicherlich auf die ein oder andere Weise schon viele Male in anderen Artikeln/ Blogs etc abgehandelt, ist aber immer wieder interessant:

https://www.dopaminmodels.com/insights/i…harbor-magazin/

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Montag, 4. Dezember 2017, 18:35

Und noch ein Nachschlag. Bestimmt für die meisten hier ein alter Hut, aber wer weiß. Ist immer wieder interessant.
6-teilige Serie der Süddeutschen Zeitung über den Berufsalltag; Models auf dem Pariser Modemarkt.

Folge 1 - der Rest daneben..:

https://www.youtube.com/watch?v=i0KidP3gYDM

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