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bombshell

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Donnerstag, 28. September 2017, 10:26

Das die Models sich bescheinigen lassen müssen, dass sie nicht zu mager und auch gesund sind finde ich gut. Wobei ich es übertrieben finde mit der ärztlichen Bescheinigung. Würde es nicht reichen, wenn das Model beim Casting sich vorstellt dies zubeurteilen?

Krass dass Jay Wright keine ärztliche Bescheinigung erhielt. Das es sowas gibt.

Aber generell finde ich gut, dass die Models sich nicht merh zu Tode Hungern, dies also etwas unterbunden wird. Gab ja genug traurige Fälle in der Vergangenheit von Models die an Magersucht und Erschöpfung gestorben sind.

Nymeria

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Donnerstag, 28. September 2017, 11:14

Naja, aber genau das passiert ja trotzdem: die Agenten und Castingdirektoren sagen den Models vor der Untersuchung einfach viel Wasser zu trinken oder viel zu frühstücken, danach können sie weiter hungern. Nur nach BMI zu gehen wie es bei Jay der Fall war, ist auch nicht richtig. Leute mit viel Muskelmasse haben einen zu hohen BMI, gelten also rein nach Zahlen als übergewichtig, auch wenn sie nur einen Körperfettanteil von <10% haben.
Wie man den Kommentaren entnehmen kann, wurde bei dem einen Model ihr Gewicht inkl. schwerer Schuhe und Klamotten genommen, bei anderen wurde nicht mal gewogen, sondern einfach unterschrieben, nächstes Mal geht Jay einfach zu so einem Arzt oder lässt sich ihre Unterlagen von ihrem Hausarzt mitgeben, der bestätigt, dass ein geringerer BMI bei ihr normal ist, und sie läuft trotzdem.

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Donnerstag, 28. September 2017, 20:21

Kaia ist viel dünner (ihre Beine bei YSL..) und sie durfte trotzdem laufen? :nachdenk:

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Freitag, 29. September 2017, 09:27

Kaia ist viel dünner (ihre Beine bei YSL..) und sie durfte trotzdem laufen? :nachdenk:


Vielleicht gilt die Vorschrift ja nicht für Promi-Kinder ... :S

Jedenfalls finde ich die Jay in keinster Weise beängstigend dünn oder so was. Sie hat eine schöne, schlanke Figur, überhaupt nichts Extremes. Und ja: der Hintern ist wirklich toll :D

Celebrian

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Freitag, 29. September 2017, 14:46

Ihr wisst ja nicht wonach die Ärzte noch gegangen sind. Vielleicht wurden noch Blutwerte genommen oder allgemein nach dem Wohlbefinden gefragt.
BTW: Kurzform -> Cele.
C wird wie K ausgesprochen Ke-le-bri-an. ;-)



Zitat

"Anna hält ihren Finger nicht in den Wind, sie ist der Wind."

Nymeria

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Freitag, 29. September 2017, 15:03

Bei Jay zumindest nicht, sie hat jedenfalls geschrieben, dass nur ihre Größe und Gewicht gemessen wurden.

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Freitag, 29. September 2017, 19:31

Tag 4 in Paris - und schon gibt es einen prominenten Präzedenzfall zum neuen Gesetz in den Medien. Das war zu erwarten.

Für Jay Wright, die erfolgreich und gut als Model gerabeitet hat, kommt das einer Art "Berufsverbot" gleich. Die psychologischen Gefahren möchte ich mir gar nicht ausmalen. Wenn sie dieses ausführliche Posting macht, dann fühlt sie vielleicht schon den Druck, dem sie jetzt standhalten muss. Und sie reagiert hier individuell, wie man bemerken sollte. Wenn ihr die Agentur dazu geraten haben sollte, wäre das schon entweder ein gewollt inszeniertes Theater oder ein drastisches Alleinelassen oder beides. Und wenn sie ohne Rücksprache mit der Agentur und ohne Schutzsuche bei ihr handelt, dann fühlt sie sich bereits drastisch alleingelassen.

Die ersten beiden Dinge, die ich zu dem indiviudellen Fall sagen muss sind
- Ich kann ihn natürlich nicht beurteilen
- Und ich halte es für absolut entsetzlich, wenn sie selber oder irgendjemand sonst den Anschein erweckt, als könnte man in der Frage nach Blick auf ein Foto zu einem Urteil kommen.

Dennoch kann ihre Geschichte eben stimmen. Es kann sein, dass sie sich nicht nur subjektiv gesund fühlt, sondern absolut gesund IST. Es gibt viele Mädel, die Unmassen verschlingen können und dennoch schwer dünn aussehen oder nach Maßgabe des BMI als untergewichtig gelten. Ich kenne die Formulierung des Gesetzes nicht, aber es könnte tatsächlich auch sein, dass darin eine Abwägung getroffen wurde, die für viele Models und Modelaspirantinnen nicht akzeptabel ist und vielleicht auch als unzulässige Einschränkung ihrer Berufsfreiheit rechtlich angefochten werden könnte.

Ziemlich sicher bin ich mir leider, dass diejenigen, die es jetzt trifft und für die prêt-á-porter nicht zugelassen werden, sehr schnell zum Opfer der alten und neuen Medien werden können und von überfetteten Gesellschaften gejagt und ins Fegefeuer geschickt werden. Ohne große Gedanken darüber, wie Menschen sich mit dem Dauerfeuer selbstgerechter und unter Umständen völlig ungerechter Anklagen und Beschimpfungen fühlen.

Da tut mir Jay echt Leid. Für sie kann zur verlorenen Berufsausübung noch eine Menge mehr hinzukommen.

Dennoch muss man glaub ich klar dazu sagen, dass die Regelung trotz und auch mit solcher (möglicherweise ungerechter) Einzelfälle ein großer Fortschritt sein bzw werden kann. Eine Gesellschaft kann und sollte sich das Recht nehmen, mit gesetzlichen Bestimmungen einzugreifen, wo Gesundheitsbeeinträchtigungen zu fürchten sind. Die Frage ist ja nicht, ob Jay gesund ist. Die Frage ist, welche Auswirkungen es hat, wenn Mädel als Schönheitsvorbilder auf einer der bedeutendsten Lifestyle-Bühnen der Welt agieren, wenn diese Mädel nicht nur untergewichtig aussehen, sondern nach Maßgabe von gesundheitwissenschaftlichen Vorgaben und ärztlicher Begutachtung auch sind.

Was man nicht vergessen darf ist, dass es hier in hohem Maß auch um Jugendschutz-Maßnahmen geht. Dabei kämpft man heute an zwei Fronten gleichzeitig:

1.) weiß man seit den englischen factory acts aus dem 19.Jahrhundert, dass es bei solchen Bestimmungen zuerst darum geht, nicht den Kindern und Jugendlichen, sondern deren Ausbeutern "Freiheiten" zu beschneiden. Es geht nicht in erster Linie um Bestimmungen, die Jay verhindern, für Saint Laurent zu laufen. Sondern um Bestimmungen, die Saint Laurent daran hindern, aus Marketing-Strategien unter Einschluss auch gezielter Schock-Ästhetik die Jays und noch deutlich dünnere Mädels aus den Diskos auf die Laufstege abzuschleppen und dort zum Vehikel einer neuen Trendansage zu machen. Mit den propagierten Trends werden dann nicht nur Disko-Klamotten verkauft, sondern darüber auch Jugendstil-Ansagen in die Diskos zurückgetragen.

Als nächstes hast du dann ein Heer von jungen Mädeln, die sich alle für gesund erklären und dem Trend folgen; sie waren "schon immer" dünner und wiegen rechtzeitig nochmal zwei und mehr Kilos weniger, wenn's auf die nächste Fashion Week oder die Bewerbung bei Agenturen geht. Man sieht schon ihren selfies an, was da für Gefahren ticken. Aber sie und ihre Fans haben kein Interesse, das zu sehen. Da wird dann eher über SM noch mobil gemacht gegen "unverschämte" Kommentare. Man immunisiert sich einfach und wartet auf den Call von Agentur X oder Label Y - und wird über den Erfolg dann mit allem Recht gehabt haben! Nee, ohne gesellschaftliche Regelungen bleibt das ein Fass ohne Boden und die Gefährdeten bieten sich den Saint Laurents etc. noch als Kampagnen-Futter an.

2.) ist über Blogs und Instagram & Co. eine neue Welle von Jugendwahn ins Modesystem gekommen. Teenager nehmen wachsenden Einfluss auf Medien und Modekritik und werden dann von der Mode-Industrie mit Angeboten bedient. Einer der Trends heißt: die wahren Frauen sind Kinder! Aber weil man den echten Frauen da so nicht sagen kann, gibt es einen neuen Hype des "androgynen Typs" ... der dann von 12 und 13Jährigen am besten verkörpert wird. Asiatische Frauen passen auch oft gut ins gewünschte Bild. Für Modelträume ist die Schlussfolgerung daraus: sich so früh und so dünn wie möglich anzubieten. Scheiß auf die Schule, Fluch den Kalorien ... und bloß keinen Sport, der Muskeln bildet!

Beim "Heroin-Schick" Mitte der 1990er Jahre gab's in den USA ein Präsidentenwort als ein Fashion-Fotograf an einer Überdosis starb. Gegen den medialen Hype der SM-Heroinen helfen keine präsidialen Worte (noch ganz unbhängig davon, dass die glaubwürdigste Message in Gestalt einer PräsidentIN gerade wirksam verhindert wurde). Die Girlies WOLLEN Girlies, Und spätestens seit Miuccia Pradas Erfolg weiß die Branche, dass es nichts Erfolgreicheres gibt als den Müttern und erwachsenen Fashionistas eine säuerliches "ist das scheußlich" ins Gesicht zu treiben, mit der Konsequenz dass sie sowas nie tragen und das Scheußliche ein Stil-Erkennungsmal für die Jungen wird.

Die Ready-to-Wear-Schauen sind in Abgrenzung zum Couture-System mit dem Youthquake der 1960er erst enstanden. Deren Jugendwahn ist wie mit dem Milch-Fläschchen aufpeppelt. Das ist deren Haupt-Lebenselixier, vor allem natürlich, wenn sie sich über Nebenprodukte finanzieren, über Schuhe, Gürtel, Brillen und Parfums, wo die gekaufte Stilbotschaft auch ohne entsprechende Figur funktioniert.

Eine Selbstregulierung des Modesystems funktioniert da nicht.

Wie gesagt: ich kenn die genaue Bestimmung des Gesetzes nicht. Aber ich finde schon sehr gut und wichtig, dass es ein Gesetz gibt. Vor allem, wenn immerhin eine Kontrolle durch Ärzte vorgesehen ist. Deren Wirksamkeit kann man natürlich in Frage stellen - ich bin mir auch nicht soo sicher, dass meine Kollegin diese Woche wirklich so schlimm krank ist - aber ich nehm doch lieber Ärzte zur Kontrolle als irgendwen aus dem Modebetrieb, ganz zu schweigen von allen Urteilen nach public viewing.

Und zu Jay zurück: ich kann ihr gut glauben, dass sie tatsächlich gesund lebt. Was ich ihr nicht glauben kann ist, dass diese Message allein ihre Entscheidung war. Klar gesagt: Das kann natürlich sein. Aber ich wäre ganz schön blöde, wenn ich das so aufnehmen würde. Das ist keine Frage der persönlichen Glaubwürdigkeit, sondern geht auf eine nüchterne Einschätzung zurück: Die Agenturen und sonstige Modeverbände haben heftig Widerstand gegen das Gesetz geleistet. Wenn sie das jetzt fortführen wollen, dann wäre das mit Sicherheit beste Mittel dazu, auf prominente individuelle Problemfälle mit den neuen Bestimmungen zu setzen. Eine Jay Wright (Topläuferin der Big 4 im letzten Jahr) ist für die ein sehr willkommener Fall.

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vanessafan (29.09.2017)