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Donnerstag, 23. April 2015, 19:23

Weise und sehr gute Entscheidung, Sara und Laura rauszuschmeißen! ;)

Nicht weil ich sie nicht mag oder sie schlechte Models wären, nein! Im Gegenteil.

Für beide (als Personen) ist es das Beste gewesen, an DER Stelle die Koffer zu packen.
Besonders Sara war dem Druck nicht gewachsen. Aber auch für Laura war es schwer.

Meine Meinung: Sara ist zu schüchtern, zu sensibel für das Modelgeschäft.
Vielleicht liegt das auch nur am Alter. Aber das Ganze wurde ihr sichtlich zu viel.

Ähnlich bei Laura. Sie hätte niemals freiwillig aufgegeben, ist eine Kämpferin.
Aber es wurde auch ihr zu viel. Gut für sie, dass die Jury diese Entscheidung getroffen hat.

Beide sind einfach zu jung: Sara erst 16 geworden, Laura auch erst 17 Jahre alt.
Ich finde, es sollte bei GNTM eine Altersbeschränkung von 18 Jahren geben (oder mindestens 17).

candytechno

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578

Sonntag, 26. April 2015, 11:51

hier kommt meine Review der Episode 10. Ich hatte eigentlich vor, jede Episode zu begleiten, aber fand Episode 11 so schlecht, dass ich nur einen kurzen Rant formulieren konnte. Ich hoffe, wenigstens der Episode-10-Rückblick macht euch Spaß :)

EPISODE ZEHN

Heidi kommt morgens ins Zimmer und weckt alle. Es gibt ein natürliches
Fotoshooting. Dieser Abschnitt ist ein einziger Übergriff: Die
Kamerateams und Übergriff-Heidi filmen die aufwachenden Models, sie
bekommen keine Möglichkeit, sich zu schminken oder sonstwie Kontrolle
über ihr Aussehen zu gewinnen. Sie werden im Bett fotografiert und das
soll sie daran erinnern, dass der Modeljob EINE SCHEINWELT ist und dass
sie STOLZ auf ihr eigenes Aussehen sein sollen. Das eigene
Aussehen ist das Aussehen, dass sie nach dem Aufwachen haben, obwohl sie
da gar nicht über ihr eigenes Aussehen bestimmen konnten. Alles andere
Aussehen ist dann nicht mehr ihr eigenes Aussehen, sondern automatisch
das Aussehen des KUNDEN, für den das Aussehen verändert und enteignet
wird.

Die Bilder, die dabei rauskommen, scheinen ausnahmslos überbelichtet
zu sein und wirken auf mich eher sleazy als cute. Solche Fotos, die im
Bett aufgenommen wurden, wirken sexualisiert und das war im Shooting
nicht thematisiert. Das finde ich auch sehr fragwürdig. Dass die Models
nicht einmal darüber informiert werden, dass sie Bilder in
sexualisiertem Kontext aufnehmen.

Kandidatin Jüli gefällt das Shooting nicht, sie schämt sich. Der
Übergriff besteht nicht nur darin, dass die Leute vor laufender Kamera
geweckt wurden (egal, wie viele der Szenen gestellt oder nachgespielt
wurden – die Erzählung, dass es okay und lustig ist, andere zu wecken
und dabei zu filmen bleibt bestehen), sondern auch darin, dass den
Models jegliche Kontrolle über die eigene Inszenierung verweigert wurde.
Übergriff-Heidi hat den Eindruck, dass sie die Kandidat_innen wie
Eigentum besitzt.

Zur Wiedergutmachung bekommt die Kandidatin, die am besten beim
Übergriff-Shooting performt hat, ein paar Schmuckstücke aus der
Engelsrufer-Kollektion aufs Bett gelegt. Soviel Stil hat nichtmal Hugh
Hefner in Girls of the Playboy Mansion.

Nach getaner Übergriff-Arbeit setzt sich Heidi ungezwungen und
uneingeladen ins Wohnzimmer der Models und fragt HABT IHR SONST NOCH
ETWAS AUF DEM HERZEN?

Darya verpetzt Laura, dass diese nach Hause wolle. Es wird geweint
und gestritten und es werden Interviews gegeben mit unterschiedlichen
Meinungen. I don’t give a fuck, aber leider zieht sich die Story durch
die Episode.

Das anstehende Casting ist für die Zeitschrift Shape, daher erfahren
wir FÜR DEN TITEL DER SHAPE MUSS MAN EINFACH TOP IN SHAPE SEIN! Fotograf
Michael Reh trägt einen Pulli mit Hirsch drauf. Alle müssen in ein
Studio und vor dem Spiegel und der Kamera richtig viel Gymnastik machen.
Dabei werden sie dann gecastet. Laura, Darya und Chiara fahren nach
Miami.

Währenddessen ruft Anuthida ihren Vater an, der in Las Vegas lebt,
und das ist ja nicht so weit weg von Los Angeles. Sie telefonieren, Jüli
sitzt daneben und diese Familienzusammenführungsgeschichte macht sie
richtig glücklich. Das Gespräch der beiden wird mit deutschen
Untertiteln übersetzt: PAPA ICH BIN EIN MODEL.

Der anstehende Videodreh handelt von 90er Jahre Streetstyle Mode, die
Klamotten sind cool und das Konzept ganz schön rassistisch. Die
Kandidat_innen erhalten unangenehme Schüttelreime, die für erfundene
Produkte werben und sollen sie RAPPEN, während sie mit ihren
Hiphop-inspirierten Klamotten an einer Grafitti-Mauer entlang spazieren
und mit drei Schwarzen Männern interagieren. Die drei Schwarzen Models
sind keine Boys, die auch über den Laufsteg gehen würden, sondern sollen
Street Credibility verleihen. In einer Szene basteln sie am Auto rum,
in einer anderen gucken sie mit ihren Sonnenbrillen umher. Sie werden
als Staffage benutzt, um den Körpern der nicht-Schwarzen Models Profil
zu geben. Whiteness selbst bringt nichts mit, Whiteness muss von den
objektifizierten Anderen mit Leben ausgestattet werden. Anuthida muss
auch an den Schwarzen Models vorbeitanzen, sie ist zwar nicht weiß, aber sie ist Teil der weißen
Gruppe. Hier wird Schwarze Kultur abgepaust, vereinnahmt und verkauft
und die Subjekte dieser Kultur (repräsentiert von den männlichen Models)
werden zur Untermalung dieser Handlung objektifiziert.

Darya beurteilt Lauras Schauspieleinsatz WIR VERKAUFEN EINEN
BUBBLEGUM UND LAURA VERKAUFT SICH EHER SELBST. Slutshaming passt
eigentlich immer sehr gut zu GNTM. Gute Gelegenheit, um an dieser Stelle
nochmal auf die Verbindungen von Kritik an GNTM aus „feministischer“
Ecke und Slutshaming und Whorephobia hinzuweisen.

Ein Teil der Provokation, die Sexwork auslöst, handelt davon, dass
Gefühle vorgetäuscht werden. Bei den Models ist die Provokation, dass
sie so tun, als existierten sie für den male gaze. Das sollen
Frauisierte eigentlich immer, aber hier wissen wir, dass die Models die
Bereitstellung ihrer Existenz für den Konsumenten (dessen Identität
nicht männlich sein muss), fälschen. Das zu erfahren ist für den
Konsumenten natürlich bitter. Wie gemein. Sie sind gar nicht glücklich
und sie begehren mich gar nicht, obwohl sie lächeln. Wie soll ich_man da
wissen, was echt und was falsch ist? Ich_man weiß doch sonst immer so
genau bescheid. Frauen sollen echt sein und nicht unnatürlich.
Und dann werden sie auch noch dafür bezahlt, etwas vorzutäuschen, was
mir_einem sonst völlig konstelos und ungefälscht zusteht. Unbeachtet
bleibt, dass das Modeln einer der wenigen Berufe ist, in denen Frauen
mehr Geld verdienen als Männer.

Später werden Covershootings trainiert. Thomas, der alte Künstler,
fotografiert für zwei fiktive Magazine: Das eine heißt offenbar FLUR,
und das andere BODY. Wenn die Models für das BODY-Cover ihre Arme in der
Luft haben, werden die Hände durch die Buchstaben O und D gefotoshoppt.
Das sieht einfach nur Panne aus. Wolle ist auch wieder dabei. Immer,
wenn er glaubt, er sei im Off, kneift er voller Konzentration die Augen
zusammen und übt Posen. Künstler-Thomas hat die Ärmel seines T-Shirts
gekrempelt, das mache ich auch immer, wenn ich butchig rüberkommen will
und er sagt DIE MÜSSEN DAS MAGAZIN AN DEN MANN ODER DIE FRAU BRINGEN.
Später haut Konzentrations-Wolle auf den Arsch von Künstler-Thomas, und
Künstler-Thomas sagt WOOHOO.

Die Vertreterin von SHAPE schickt zur Entscheidung eine
Videobotschaft mit ihrer Beurteilung der Models. Die GNTM-Produktion ist
richtig froh darüber, dass sie auf die Idee mit den Videobotschaften
gekommen ist!

Laura wird nach Hause geschickt, sie äußert sich erleichtert über die Entscheidung der Jury und freut sich auf ihre Heimat.

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Sonntag, 26. April 2015, 12:08

Toller Beitrag mit interessanten Gedanken und Bewertungen. Danke dafür!
- Lokah Samastah Sukhino Bhavantu -
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Sonntag, 26. April 2015, 13:02

Danke auch von mir!

Der Abschnitt über die Out-of-Bed-Aktion, sehr treffend formuliert.

Fand vor allem aber auch das hier sehr interessant:

Der anstehende Videodreh handelt von 90er Jahre Streetstyle Mode, die
Klamotten sind cool und das Konzept ganz schön rassistisch.
(....)
Die drei Schwarzen Models
sind keine Boys, die auch über den Laufsteg gehen würden, sondern sollen
Street Credibility verleihen. In einer Szene basteln sie am Auto rum,
in einer anderen gucken sie mit ihren Sonnenbrillen umher. Sie werden
als Staffage benutzt, um den Körpern der nicht-Schwarzen Models Profil
zu geben. Whiteness selbst bringt nichts mit, Whiteness muss von den
objektifizierten Anderen mit Leben ausgestattet werden. Anuthida muss
auch an den Schwarzen Models vorbeitanzen, sie ist zwar nicht weiß, aber sie ist Teil der weißen
Gruppe. Hier wird Schwarze Kultur abgepaust, vereinnahmt und verkauft
und die Subjekte dieser Kultur (repräsentiert von den männlichen Models)
werden zur Untermalung dieser Handlung objektifiziert.


Ich nahm mir nämlich eigentlich (ganz allgemein jetzt) vor, mich mehr auf solche Dinge zu achten, ist mir hier aber leider wieder mal nicht gleich aufgefallen. Zu meiner Verteidigung vielleicht, weil ich diesen Teil der Sendung einfach nur nebenbei vorbeilaufen liess... find's daher toll, dass Du diesen Punkt hier nochmals aufgreifst.

WO es mir aber schon sehr schnell aufgefallen ist: Bei den Vorschaubildern für die nächste Sendung, dem Tanzshooting. Sexy weisse Frauen mit sexy farbigen Männern. Aber erstmal sehen, und nicht schon im Vorfeld aburteilen. Bin jetzt aber wieder sensibilisiert auf diesen Punkt :)

Darya beurteilt Lauras Schauspieleinsatz WIR VERKAUFEN EINEN
BUBBLEGUM UND LAURA VERKAUFT SICH EHER SELBST. Slutshaming passt
eigentlich immer sehr gut zu GNTM. Gute Gelegenheit, um an dieser Stelle
nochmal auf die Verbindungen von Kritik an GNTM aus „feministischer“
Ecke und Slutshaming und Whorephobia hinzuweisen.


Auch den Begriff "slutshaming" kannte ich noch nicht, und immer mal wieder auf das Thema Feminismus hinzuweisen finde ich auch nicht verkehrt 8)

Arti

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Sonntag, 26. April 2015, 13:08

Thomas, der alte Künstler,
fotografiert für zwei fiktive Magazine: Das eine heißt offenbar FLUR,
und das andere BODY.



Ich hatte gehofft, die fiktive Zeitschrift heißt "Fleur". Falls der Name doch "Flur" sein sollte, erinnert mich der Titel an eine Zeitschrift für Landwirte. Die trägt den Namen "Flur und Furche".

"Flur und Furche" , mit halbnackten Mädchen auf dem Titel, lässt mich an einen pornografischen Inhalt denken. :D
Tanz ist Esperanto mit dem ganzen Körper----Fred Astaire

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582

Sonntag, 26. April 2015, 13:31

Zitat von »candytechno«


Thomas, der alte Künstler,
fotografiert für zwei fiktive Magazine: Das eine heißt offenbar FLUR,
und das andere BODY.

Ich hatte gehofft, die fiktive Zeitschrift heißt "Fleur".



Hihi - und für mich heisst die Zeitschrift - *eindeutig* - Flair ;)

Jun

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583

Sonntag, 26. April 2015, 13:31

Gefällt mir sehr gut, deine Review, Candy! Ich hatte auch schon die Reviews der vorherigen Folgen durchgelesen, nachdem du dich hier angemeldet hat und freue mich über deinen Betrachtungswinkel, der sehr kritisch-scharfsinnig und mit viel Feingefühl auch in Bereiche schaut, wo ich vielleicht etwas oberflächlicher hingucke, aber dennoch begeistert bin, deinen Blick darauf nahegebracht zu bekommen. Ich kann deine Betrachtungsweisen auch sehr gut nachvollziehen. Und neue Sichtweisen sind immer gut, um ein Bild noch runder zu gestalten! :) GNTM in 3D-View, sozusagen ;)
Ach so, und ich dachte, die zweite Zeitschrift hieße Flair. Da war aber auch immer dieser dusselige Hut im Weg!

candytechno

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Sonntag, 26. April 2015, 21:25

Zitat von »Arti«
Ich hatte gehofft, die fiktive Zeitschrift heißt "Fleur".




Hihi - und für mich heisst die Zeitschrift - *eindeutig* - Flair ;)

Haha ja, schwer zu erkennen! ich wollte gerne, dass es Flur heißt, weil das so richtig un-modisch klingt...
Siehe auch "Flur und Furch" von Arti...


Freut mich sehr, dass euch der Text gefällt!

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